STATEMENT DES REGISSEURS

Ich bin in der Türkei geboren und lebe seit 24 Jahren in Wien. Ich kenne aus eigener Erfahrung das Gefühl des Fremdseins und Heimweh. Ich selbst habe ebenfalls anfangs die „Sprachlosigkeit“ und Missverständnisse erlebt, die für viele Migranten nach wie vor zum Alltag gehören. Die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche, bei Aufenthaltsverlängerungen, Arbeitssuche usw. sind mir vertraut, aber auch der humorvolle, ironische Umgang mit Problemen. Ich bin der dritten Generation zuzurechnen und kannte bis vor kurzem die Lebenserfahrungen der türkischen Migranten der ersten Generation nicht.

Als ich von November 2001 bis Mai 2002 beim Integrationsfonds arbeitete, lernte ich viele Migrantinnen und Migranten der ersten Generation kennen. Ich war als Berater tätig, und mir waren vor dieser Tätigkeit die Sorgen und Probleme dieser Menschen kaum bewusst. Ein erfahrener Arbeitskollege sensibilisierte mich für die Thematik.

Ich war äußerst überrascht, wie sehr diese Generation von der Politik und den Medien vernachlässigt wurde und in Vergessenheit geraten ist. Zugleich faszinierte mich ihr Umgang mit dem Fremdsein. Einerseits sind viele von ihnen frustriert und hilflos und selbst darüber erstaunt, wie schnell die Zeit verging. Sie haben viel mitgemacht und ertragen, wurden oftmals sowohl von Österreich als auch von der Türkei nicht unterstützt. Es war ihnen jedoch anscheinend bis jetzt nicht möglich, darüber zu reflektieren. Andererseits bewundere ich ihren zum Teil humorvollen, ironischen Umgang mit ihren Problemen und Erfahrungen und die Leichtigkeit, mit der sie ihren Lebensweg annehmen.

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